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Bildungskosten im Land höher als bekannt

Die Software AG fordert mehr Geld für freie Schulen. Diese seien im Vergleich zu staatlichen Schulen unterfinanziert. Foto: dpa

Studie: Bildungskosten im Land höher als bekannt
Die Software AG hält die Privatschulen im Saarland für unterfinanziert. Deren Bezuschussung bemesse sich nämlich an den Kosten staatlicher Schulen, die weit höher seien als bisher angenommen.

Von SZ-Redakteur Norbert Freund

Die Software AG fordert mehr Geld für freie Schulen. Diese seien im Vergleich zu staatlichen Schulen unterfinanziert. Foto: dpa
Saarbrücken. Die staatlichen Schulen im Saarland sind einer Studie zufolge teurer, als von der Landesregierung angenommen. Die Autoren argumentieren, dass deshalb auch die Finanzhilfe für freie Schulen im Land zu niedrig sei, da sich diese an den Kosten öffentlicher Schulen bemisst. Davon geht ein von der Stiftung der Software AG in Auftrag gegebenes und vom Steinbeis-Transferzentrum für Wirtschafts- und Sozialmanagement erstelltes Gutachten aus, das gestern in Saarbrücken vorgestellt wurde.
Bei den weiterführenden saarländischen Privatschulen trägt das Land 90 Prozent der laufenden Personal- und Sachkosten, bei Grund- und Förderschulen sind es 100 Prozent. Daran soll sich auch durch die geplante Änderung des Privatschulgesetzes im Grundsatz nichts ändern.

Laut Statistischem Bundesamt hat die öffentliche Hand im Jahr 2008 für jeden Schüler an einer staatlichen Grundschule 4200 Euro ausgegeben. Nach der Steinbeis-Studie haben die tatsächlichen Kosten bei rund 5700 Euro gelegen. Ähnlich hohe Differenzen hat Professor Bernd Eisinger vom Steinbeis-Transferzentrum für die anderen Schulformen errechnet. Die Folge der dadurch bedingten Unterfinanzierung der Privatschulen seien überhöhte Schulgelder, mit denen diese Schulen Gefahr liefen, gegen das grundgesetzlich verankerte Sonderungsverbot zu verstoßen. Dieses untersagt freien Trägern, Eliteschulen zu betreiben, deren Besuch nur den Kindern gut situierter Eltern offen stünde.

Der Großteil der Gesamtkosten entfällt nach Angaben von Eisinger auf den Personalbereich, der auch die Pensionslasten berücksichtigt.

Sie belaufen sich auf etwa 4066 Euro pro Schüler an Grundschulen bis zu 14 107 Euro an Förderschulen. An zweiter Stelle rangierten die Immobilien, die die amtlichen Statistiken außen vor ließen - mit der Begründung, dass sie ja "eh da" seien. Hinzu kämen die Sach- und Verwaltungskosten.

Das Saarland ist das letzte der insgesamt 16 Bundesländer, für die die Software AG Gutachten zu den Kosten öffentlicher Schulen erstellen ließ. Auch in den anderen Ländern kam man zu dem Ergebnis, dass die Kosten öffentlicher Schulen höher seien als von den Ländern angenommen. Das Saarland liege dabei kostenmäßig im Mittelfeld. Die Software AG hat das saarländische Software-Unternehmen IDS Scheer übernommen.
Quelle: Saarbrücker Zeitung

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