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Fürs gute Gefühl im Bauch

Das "Quintetto piacevole" macht munter - "SZ"-Hausmusik-Serie, Teil drei

Heusweiler. "Nach einer richtig guten Quintett-Probe hat man noch zwei Tage später ein gutes Gefühl im Bauch", schwärmt Bratscher Andreas Miller. Für den St. Wendeler Arzt sind die "Quintetto piacevole"-Abende - ebenso wie für seine Kollegen - ein echtes Muss. Zumal man nicht nur musikalisch auf einer Wellenlänge tickt. "Bei uns bestätigt sich das Stereotyp, dass Ärzte musikalisch sind", lacht Cellist Michael Keßler. Auch er ist Mediziner, ebenso wie Eva-Marie Häuser-Scherber. Die Püttlinger Gynäkologin ist heute froh darüber, das Geigen-Spiel nicht zum Beruf gemacht zu haben.



Musik als Muntermacher



Auch wenn sie früher einmal durchaus Ambitionen in dieser Richtung hatte. "So ist und bleibt die Musik für mich Entspannung", erklärt sie. "Und selbst wenn ich abends todmüde bin: Sind erst einmal alle da und wir spielen, dann ist das alles geradezu wie weggeflogen."



"Mir geht das ganz genauso", bestätigt Bratscherin Friederike Brein. Als Musiklehrerin an der Waldorfschule Altenkessel sei sie zwar ohnehin "breitbandmäßig" gefragt - vom Orchester- über Chordirigat bis hin zum Musikunterricht. Aber mit der Bratsche und speziell der Kammermusik habe sie vor einigen Jahren Neuland betreten und "auch gleich richtig Feuer gefangen", erzählt sie.



Für den regelmäßigen Nachschub an Quintett-Literatur sorgt Verkehrspolizist und erster Geiger Wolfgang Link. "Er ist unser wandelndes Lexikon", witzelt Kessler, und Miller fügt anerkennend hinzu: "Er kennt wirklich das gesamte Köchelverzeichnis rauf und runter". 25 bis 30 Quintette zieren mittlerweile Links CD- und Noten-Schrank. Dazu gehören natürlich die klassischen Standardwerke von Mozart, Schubert und Beethoven, aber auch Raritäten sind dabei, beispielsweise von Hüttenbrenner, Spohr und Bruckner. Allerdings landen nicht alle Stücke tatsächlich auf den Notenständern, denn "vieles ist einfach zu schwer", muss Link zugeben. Was jedoch den optischen "Spielbarkeits-Test" bestanden hat, wird erst mal vom Blatt gespielt und ausprobiert. "Dann entscheiden wir, was wir für den nächsten Auftritt erarbeiten werden", erklärt Link.



"Keimzelle" des Quintetts ist das Riegelsberger Kammerorchester. "Urgestein" Keßler hält dem Ensemble bereits seit 20 Jahren die Treue, und bis hin zum jüngsten Neuzuwachs Miller sind alle mit Feuer und Flamme dabei. "Das ist ganz sicher der Verdienst unseres Dirigenten Eckart Schloifer", ist sich die Quintett-Runde einig. "Er ist ein sehr guter Orchester-Erzieher", urteilt Keßler, "zeigt uns alle Tricks, die man braucht. Und hier im kleinen Kreis wendet man das Gelernte dann an". Und wenn man auf Quintett-Auftritte hinarbeitet, steht Schloifer seinen Schützlingen als "Coach" gerne mit professionellem Rat und Tat zur Seite.



Als Quartett habe man schon vor fünf Jahren das allererste Mal zusammen gespielt. "Ich bin dann eher zufällig dazu gestoßen", erläutert Miller: "Ich hatte die Noten des Mozart-g-moll-Quintetts mal geschenkt bekommen, und wollte das schon immer gerne spielen." Einer nächtlichen Spiellaune während eines Orchester-Proben-Wochenendes ist es zu verdanken, dass der Wunsch dann tatsächlich in Erfüllung ging. Und "weil das Werk so traumhaft schön ist und einfach Appetit auf mehr macht", schwärmt Keßler, blieb es dann bei der Fünfer-Formation.



Immer ein Ziel vor Augen



Im Drei-Wochen-Turnus trifft man sich zum Proben bei Familie Häuser-Scherber in Heusweiler. Öftere Proben seien einfach nicht drin, bedauern die Musiker, schon wegen der verschiedenen Dienstzeiten. Wichtig ist dabei in der Hauptsache eines: "Ein Ziel, auf das man sich vorbereitet", erklärt Keßler. So habe man immer die anstehenden Auftritte vor Augen, ob das nun Sponsorenkonzerte, Geburtstage oder Weihnachtsfeiern sind. Und: Es versteht sich von selbst, dass das wohl verdiente Bier nach den anstrengenden Proben doppelt so gut schmeckt. (Wird fortgesetzt) GABI SZARVAS
Quelle: Saarbrücker Zeitung

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25. November 2007
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