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Fünf junge Musiker begeistern die Juroren

Beim Wettstreit "Jugend musiziert" belegen Cosima Linke und Hanna Nari-Kahle aus Meckenheim, Kilian Fröhlich aus Buschhoven, Anna-Lena Perenthaler aus Hersel und Stefan Altmann aus Rheinbach vorderste Plätze

Von Birgit Roßmöller



Rhein-Sieg-Kreis. Blitzartig lässt Kilian Fröhlich die Finger über die Saiten seines Instrumentes gleiten. Bei Beethovens Duo für Violoncello und Violine sprüht der Elfjährige geradezu vor Spielfreude.



Kilian Fröhlich übt jeden Morgen zwei Stunden vor Schulbeginn. Foto: Wolfgang Henry







Es ist die Endrunde beim 39. Bundeswettbewerb "Jugend musiziert", der sich in Nürnberg, Fürth und Erlangen entscheidet. Der elfjährige Kilian am Violoncello brilliert dabei in Fürth mit seiner Kollegin an der Violine, Elena- Katharina Kapitzka aus Hennef.



Sie spielen schnell, extrem ausdrucksstark und klanglich ausgefeilt, zelebrieren unter anderem den Kanon eines der komplexesten Stücke, den "Contrapunctus" von Johann Sebastian Bach.



Das bringt ihnen 24 Punkte und damit das Prädikat: "mit hervorragendem Erfolg" teilgenommen. Die beiden teilen sich den ersten Platz mit drei anderen, doch nur Kilian und Elena schaffen die Höchstpunktzahl ihrer Altersklasse.



Kilian ist aber nicht der einzige Preisträger aus dem Vorgebirge und der Voreifel. Insgesamt setzen sich fünf junge Musiker aus dem linksrheinischen Rhein-Sieg- Kreis gegen 12 500 Konkurrenten auf Regionalebene, 4 000 Mitbewerber auf Landesebene und 1 200 Rivalen auf Bundesebene durch.



Üben allein reicht für derartige Erfolge wohl kaum aus - auch wenn Kilian damit den Großteil seiner Zeit verbringt. Drei Mal in der Woche fährt ihn seine Mutter Pia zum Cello-Studium zur Hochschule in Aachen.



Für seine Leidenschaft Klavier und Violoncello steht er bereits um fünf Uhr auf. Zwei Stunden übt Kilian morgens, bevor der Schulalltag beginnt. Kilian besucht die Profilklasse des Helmholtz-Gymnasiums, in der besonders Begabte gefördert werden.



"Ich finde es toll, dass meine Mitschüler es akzeptieren, dass ich oft weg bin", sagt der junge Musiker. Trotz seines jungen Alters studiert er bereits an der Musikhochschule Köln Klavier.



In dieser Sparte brillierte er beim Landeswettbewerb mit einem ersten Platz. Das Prädikat wäre ihm sicherlich auch beim Bundeswettbewerb sicher gewesen. Doch seine Altersgruppe darf in dieser Sparte noch nicht am Wettkampf auf Bundesebene teilnehmen.



Anna-Lena Perenthaler lernte bei einem Musiker der Frankfurter Oper. Foto: Wolfgang Henry







Stefan Altmann aus Rheinbach und Anna-Lena Perenthaler aus Hersel haben den Erfolg mit Kilian gemeinsam. Sie erreichten mit ihren Quartettpartnern beim Bundeswettbewerb in der Sparte "Streichinstrumente, gleiche Besetzung" 23 Punkte und somit den ersten Platz hinter einem Duo mit 25 Punkten.



Der 16-jährige Rheinbacher startete seine "Karriere" 1992. Die Wahl des Instrumentes fiel leicht. Bis auf seine Mutter, eine Pianistin, spielt die ganze Familie Streichinstrumente. Da der Schüler am Vinzenz-Pallotti-Kolleg eine feste Vorliebe "für dunkle Töne" hat, kam nur das Violoncello in Frage.



Das gleiche Instrument spielt Anna-Lena seit fünf Jahren. Die Schülerin der freien Waldorfschule machte ihre ersten Gehversuche bei einem Cellisten der Frankfurter Oper. Nach dem Umzug nach Bonn habe sie wieder angefangen.



Musik liegt auch bei ihr im Blut. Der Vater spielt Querflöte, die Mutter singt im Chor. Die 15-Jährige mag zwar auch moderne Hits, ihr Herz schlägt aber für die Klassik. Den ersten Platz brachte ihr Schuberts Streichquartett in C-Dur ein.



Cosima Linke schafft den Spagat zwischen Rock und Klassik. Foto: Wolfgang Henry







Cosima Linke schafft sogar den Spagat zwischen Rock und Klassik. Die 18- jährige Schülerin am Meckenheimer Konrad-Adenauer- Gymnasium liebt die Gruppe "The Doors" und Ludwig van Beethoven.



Eines wird sie nie wieder tun: den Blick in das Programm werfen. Das trieb ihr beim Landeswettbewerb in Münster den Schweiß auf die Stirn: "Alle hatten schwierigere Stücke ausgewählt", erklärt Cosima.



Dennoch trat sie tapfer vor das Gremium. "Fuge und Präludium" von Beethoven spielte sie perfekt, und heimste unter 40 Konkurrentinnen mit 18 Punkten einen zweiten Platz ein.



Klavier spielt Cosima Linke seit acht und Violoncello seit zweieinhalb Jahren. Seitdem sie zehn Jahre alt ist, besucht sie die Musikschule. Zum Üben reichen ihr anderthalb bis zwei Stunden täglich. Da bleibt noch Zeit für das Hobby, die Behindertenarbeit in der Arche.



Cosimas Schulkameradin in der Musikschule und im Gymnasium, Hanna Nari- Kahle, holte sich in der Sparte Klavier beim Landeswettbewerb ebenfalls mit 18 Punkte einen zweiten Platz.



Beim Regionalwettbewerb erzielte sie in den Disziplinen Musical und beim Klavier mit 24 Punkte sogar zwei erste Plätze. Vielleicht half dabei auch das Erbgut. Vater Martin Kahle ist Kantor in Meckenheim, Mutter Song-Ae Park- Kahle leitet den koreanischen Chor in Bonn und den Buschhovener Chor.



Am Sonntag ist Hanna live zu bewundern. Ab 17 Uhr singt sie im Konrad- Adenauer-Gymnasium als "Erzählerin" beim Musical Joseph.



Spannend wird es auch wieder im nächsten Jahr beim 40. Bundeswettbewerb in Erfurt, Jena und Weimar. Das Höchstalter liegt bei 20 Jahren. Von den diesjährigen Preisträgern hat der elfjährige Kilian somit die meisten Chancen, die Konkurrenz hinter sich zu lassen.
Quelle: Generalanzeiger Bonn

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