Nachrichten und Presse
Versöhnung, Hoffnung, Schicksal
Klassenspiel der Detmolder Waldorfschule
Detmold (sdr). Zwei Frauen streiten sich um ein Kind ein altes biblisches Thema wird in dem Stück "Der Kreidekreis" aufgegriffen. Die 8. Klasse der Waldorfschule Detmold hat sich dieses Märchenspiel von Klabund als Klassenspiel ausgesucht und wird es an drei Abenden aufführen.
Wer ist Klabund? Alfred Henschke, in den zwanziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts wohl einer der bekanntesten Dichter, wurde unter diesem Pseudonym berühmt. Der seit seiner Kindheit lungenkranke Apothekersohn starb im Alter von nur 38 Jahren.
Die Werke des Dichters, Dramatikers und Lyrikers waren stets Anfeindungen ausgesetzt, er selbst in moralische und politische Skandale verwickelt. Das im Stadttheater Meißen 1925 uraufgeführte Werk versinnbildlicht gerechtes Handeln und ist darüber hinaus Symbol der Versöhnung, Hoffnung und Schicksal.
Im Unterrichtsplan der Waldorfschule sind ein Klassenspiel in der 8. und der 12. Klasse verpflichtend. Anders als in den meisten weiterführenden Schulen wird ein Werk nicht in einer Arbeitsgemeinschaft erarbeitet, sondern unter Beteiligung aller Schüler der Klasse. Die Schüler suchen das Theaterstück selbst aus und übernehmen auch die Verteilung der Rollen.
Bereits in der 7. Klasse macht ein Waldorfschüler erste "Bühnenerfahrung", in dem er seine Halbjahresarbeit vorstellt. Über diesen Zeitraum wird ein Thema intensiv erarbeitet und vorgestellt. Wiederholt wird diese Aufgabe in der 12. Klasse. Dies nutzte Marco Bröker, ein Schüler der 12. Klasse: Er begleitete die Regie- und Probenarbeiten und machte sie zu seinem Arbeitsthema.
Der großen Herausforderung des Stückes hätten sich absolut alle Schüler gestellt, bemerkte die Klassenbetreuerin Veronique Caron ausgesprochen zufrieden. Mit viel Intuition und großer Ernsthaftigkeit bringen die Achtklässler nach vielen Wochen des Probens dieses anspruchsvolle Werk auf die Bühne. Kostüme und Maske sind unter den vielen hilfreichen Händen der Eltern entstanden, ebenso wie ein ansprechendes Büffet, das es zu den Aufführungen wird. Alle Beteiligten hoffen heute am Mittwoch um 20 Uhr auf eine gelungene Premiere und viele Zuschauer.
Weitere Aufführungen beginnen am Freitag und Samstag, 19. und 20. April, jeweils um 20 Uhr in der Waldorfschule, Falkenkrugstraße.
Quelle: Lippische Landeszeitung
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